RAPTOR von U-POL ist eine extrem strapazierfähige Schutzbeschichtung für Ladeflächen, Karosserieteile, Offroad-Umbauten und Industrieanwendungen. Das Ergebnis steht und fällt aber mit der Vorbereitung. Dieser Leitfaden führt Schritt für Schritt durch die Verarbeitung – so, wie es sich in der Werkstattpraxis bewährt hat.
1. Untergrund beurteilen
RAPTOR haftet auf blankem Stahl, Aluminium, GFK, Holz und angeschliffenem Altlack. Entscheidend ist ein tragfähiger, sauberer und trockener Untergrund. Loser Rost, abblätternder Lack und Fett müssen vollständig entfernt werden. Bei Durchrostungen zuerst instand setzen – eine Beschichtung überdeckt Schäden nur optisch, sie repariert sie nicht.
2. Reinigen und Entfetten
Vor jedem Schleifgang gründlich mit Silikonentferner reinigen. Wer erst schleift und dann reinigt, arbeitet Verunreinigungen in den Untergrund ein. Nach dem Entfetten nur noch mit Handschuhen arbeiten – Fingerabdrücke sind spätere Haftungsprobleme.
3. Schleifen
- Altlack in gutem Zustand: mit P180–P320 anschleifen, bis die Oberfläche gleichmässig matt ist.
- Blanker Stahl: mit P80–P120 aufrauen, danach entstauben und entfetten.
- Kanten und Ecken: von Hand nacharbeiten – hier lösen sich Beschichtungen zuerst.
4. Grundieren
Auf blankem Metall gehört eine Epoxy- oder Säureprimer-Schicht unter den RAPTOR. Auf intaktem, angeschliffenem Altlack kann direkt beschichtet werden. Ablüftzeiten des Primers einhalten – zu frühes Überbeschichten führt zu Einschlüssen.
5. RAPTOR anmischen und auftragen
Das Mischverhältnis von Basis und Härter gemäss Herstellerangabe einhalten (RAPTOR-Flaschen sind mit Füllmarkierungen versehen). Verarbeitung mit der Schutzbeschichtungspistole: Druck zwischen 2 und 4 bar je nach gewünschter Struktur – mehr Druck ergibt eine feinere, weniger Druck eine gröbere Struktur. In zwei Kreuzgängen auftragen, Zwischenablüftzeit ca. 60 Minuten.
6. Trocknung und Belastung
Staubtrocken nach etwa einer Stunde, regenfest nach einem Tag. Volle mechanische und chemische Belastbarkeit erreicht RAPTOR nach rund einer Woche – vorher keine schweren Lasten auf die Fläche und keine aggressive Reinigung.
Häufige Fehler
- Entfetten übersprungen → Krater und Haftungsverlust
- Zu dicker Einzelauftrag → Läufer und lange Durchtrocknung
- Kein Primer auf blankem Metall → Unterrostung nach Monaten
- Härter-Verhältnis «nach Gefühl» → Beschichtung bleibt weich
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